HCM

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Schule auf Kufen

Am 3. Und 4. Februar durfte der HCM trotz garstigem Wetter rund 200 Schüler der 1. – 4. Klasse der Schule Paul Klee zu einem „Hockeymorgen“ begrüssen.

Einige Schüler waren noch selten bis nie auf der Eisbahn und konnten unter Anleitung der HCM Helfer schnell ihre Schlittschuhfertigkeiten verbessern. So dass alle bald einmal den durch die HCM Crew vorbereiteten Geschicklichkeitsparcours mit 8 Posten durchlaufen konnten. Anschliessend wurde je nach Bedürfnis noch etwas „gmätschlet“ oder „chli gschlöflet“.

Enzo Heusser welcher zusammen mit dem Nachwuchschef HCM den Vormittag organisiert hatte wertet den Tag als vollen Erfolg. Ich möchte allen Helfern die mich unterstützt haben herzlich danken. Die BZ war auch mit einem Journalist vor Ort und erfasste einen ausführlichen Bericht über diesen Tag.

Bericht von Daniel Riesen, Berner Zeitung Quelle: Gemeinde Münchenbuchsee

Ein Vormittag im Hirzenfeld statt in der Schulstube. Auf Kufen, mit Stock und Helm. Den Kindern der Unterstufe aus Münchenbuchsee hats gefallen.

Oft kratzen hier Kufenkünstler die Kurve, sie wuchten Gegenspieler an die Bande und schliessen Angriffe mit einem beherzten Schuss ab. Doch an diesem grauen Donnerstagmorgen ist die Eisfläche des Sportzentrums Hirzenfeld in Münchenbuchsee nicht von ein paar fliegenden «Kleiderschränken», sondern von einer Schar Erst- und Viertklässler der Schulen Paul Klee und Pavillon bevölkert. Das Ziel sind nicht Tore, es geht um die Freude an der Bewegung.

Von der Bande aus beobachtet, wirkt das Geschehen unübersichtlich. Überall wuseln Mädchen und Jungs herum. Doch im Wirrwarr herrscht Ordnung. Das Eisfeld ist in Posten aufgeteilt, an denen die Kinder unter Anleitung – einige Eltern sind dabei, dazu Freiwillige des Clubs – das Einmaleins im Umgang mit der kleinen schwarzen Scheibe lernen. Wie man einen Pass spielt zum Beispiel, einen Puck kontrolliert oder einen Plastikstuhl umdribbelt. Die Fertigkeiten sind ungleich, natürlich.

Einige Erstklässler stehen zum ersten Mal auf Schlittschuhen. Etwas ungläubig beobachten sie an sich selber, wie es ist, auf zwei Stahlklingen übers Eis zu rutschen. Ihr Blick ist konzentriert und gesenkt – sie würden auch ein Mammut auf dem Feld nicht bemerken. Vorsichtige verzichten auf den Schläger und hangeln sich der Bande entlang. Eine Viertklässlerin dagegen feiert ihre Rückkehr aufs Eis nach längerer Pause: «Ig chas tatsächlech no!»

Schnupperanlässe auf dem Eis gab es in Münchenbuchsee schon bisher. In dieser organisierten Form mit Unterstützung des Hockey Clubs Münchenbuchsee waren die Eishockey-Projekttage aber eine Premiere. «Es war nicht ganz einfach, Freiwillige für den Einsatz an den zwei Vormittagen zu finden», sagt Marcel Frey, Nachwuchsverantwortlicher des Clubs. Doch der Einsatz habe sich gelohnt, findet Frey mit Blick in die vergnügten Gesichter der Kinder. In der Tat war nie Gequengel zu hören. Und als Trophäe trugen viele der Eistalente ein Autogramm des verletzten SCB-Startorhüters Marco Bührer heim – auf dem Stock, dem Helm oder der Jacke. Frey hatte ihn extra eingeladen.

Eishockey ist in der Region Bern beliebt. Um den Nachwuchs müsse man sich dennoch aktiv kümmern, sagt Marcel Frey. Der Club hat dafür einfach zugängliche Angebote wie die Hockeyschule geschaffen. Jeden Mittwochabend tummeln sich knapp 60 Kinder im Alter von vier bis elf Jahren auf dem Eisfeld des «Hirzi».

Die Lehrpersonen sind dankbar für die Unterstützung des Clubs, die auch etwas Eigenwerbung ist. Das Schnuppern auf dem Eisfeld passt gut zum Schwerpunkt «Gesund und bewegt» im diesjährigen Schulprogramm des Kindergartens und der Primarschule. Dazu gehören Aktionstage mit Eishockey, Tennis und Aikido, ein Waldtag oder Trainings mit einer Profijongleuse. Gefördert werde aber auch eine gesunde Ernährung, betont Lehrerin Ursula Schneider. So bereitet jede Klasse im Laufe des Schuljahres ein gesundes Znüni für die anderen zu.

Mehr Bewegung fördert die Buchser Primarstufe auch im Alltag. Ursula Schneider: «Wir bauen Bewegung in den Unterricht ein.» Dies tue man insbesondere mit abwechslungsreichen Übungen des Bundesprogramms «Schule bewegt». «Das funktioniert sehr gut, die Kinder sind konzentrierter bei der Sache, sie sind beweglicher und verhalten sich untereinander sozialer.»

Auf den «Schlöf» kommt all dies ebenfalls zum Tragen: Die besseren Schlittschuhläufer stossen Neulinge auf Stühlen mit Kufen über die Eisfläche. Allmählich bilden sich daraus ganze Polonaisereihen. Eine ganz übermütige Schülerin schiebt sogar Lehrer Enzo Heusser auf einem dieser Stühlchen quer übers Eisfeld: bewegend anders als der reguläre Schulbetrieb.

Daniel Riesen, Berner Zeitung via: Gemeinde Münchenbuchsee